Bettina Wegner
Biographie von Bettina Wegner
von Jennifer M. Wissmueller
Bettina Wegner wurde 1947 in Berlin
geboren. Sie erlernte den Beruf eines Bibliotheksfacharbeiters.
1966 gründete sie den "Oktoberklub", und fängt sie an,
eine Schauspielschul in Berlin zu besuchen. Dieser Besuch kam zum schnellen
Ende im Jahre 1968 als sie Flugblätter gegen die Invasion des Warschauer
Paktes in der Tschechoslowakei verteilte und exmatrikulieren mußte.
Sie bekam eine Haftstrafe, die später aufgesetzt wurde. Sie
war auch tätig als Siebdruckerin im EAW Treptow.
1971/72 besuchte sie das Zentrale Studio für Unterhaltungskunst.
Von 1973 bis 1983 lebt Bettina als freiberufliche Liedmacherin in Ostberlin,
und in 1983 ist sie nach dem Westen umgezogen. 1978 durfte sie das
erste Mal in den Westen, aber sie hat gesagt, daß die Leute wollte
ihre Platte umtauschen, weil sie weder eine eigene Anlage noch Mikros gehabt
hat, und die Platte schlecht produziert war. Die nächste, zweite
LP, aber, nahm sie mit Westmusikern auf. Die meisten dieser Lieder
gehen um die DDR und Deutschland. Nach dieser Platte hat Bettina
Wegner ihr Publikum je zur Hälfte in Ost und West.
Bettina Wegner erst glaubte, in der DDR in der menschlicheren Gesellschaft
zu leben. Nach der Wende war sie total verzweifelt. Sie sagte,
daß sie nie "so kalt wie nach der Wahl 1990" gefühlt hatte als
die Ostdeutschen die CDU und damit, die BRD wählte. Aber jetzt
sagt sie, daß sie ihre Erwartungen ziemlich heruntergeschraubt hat,
und sie erkennt: "dabei besaßen wir soviel Mut, soviel Selbstbewußtsein
- nach dem, was wir mit der Wende geschafft haben." Sie steht noch
wie eine Wand vom moralischen Rigorismus gegen Glitterflitter, den Papst,
den Kohl, Militarismus, Rassismus, und andere Sachen.
Eine Autorin, Sarah Kirsch, sagte über Bettina Wegner: "Sie
ist eine leidenschaftliche Person, die nie Erwartungen erfüllt, wenn
sie dabei lügen oder weghören müßte. Sie singt
ihre eigenen Lieder und drückte die Situation vieler Menschen in der
DDR klar und ohne viele Federlesens aus." Auch teilte sie mit: "Wegners
Verse handeln von Liebe und noch Mal Liebe. Liebe zu dem Land, in
dem man aufgewachsen ist, mit dem man sich herumschlägt in der Hoffnung
auf Sozialismus." Wegner ist in einer Artikel von Ute Bäsing
"die Verkörperung des guten Gewissens auf Erden" genannt geworden.
Wegner selbst hat im Herbst 1976 gesagt "Ich hab vor allem Leuten gesungen,
vor Jugendlichen, Veteranen, Lehrlingen, Arbeitern, Studenten, Intellektuellen,
Christen, Angestellten, Armeeangehörigen. Die Reaktionen waren
sich ähnlich, nur die Fähigkeit, sie auszudrücken, verschieden.
Ich glaube, die Leute haben mich immer verstanden und angenommen, weil
sie gewußt haben, da ich nie betrüge und daß ich mich
als einer von ihnen betrachtete..."
Am 25. November 1997 ist Bettina Wegner 50 Jahre Alt geworden. Sie
hat in Berlin gesungen, und hat ihre Fans eine Rückkehr geschenkt.
Sie hat viele ihrer ältere Lieder gespielt und war noch wie ein Hippie
der siebzigen Jahre gekleidet. Obwohl ihre Liedermacherhochzeit war
nach ihrer eigenen Meinung 1978 bis 1985, kann sie immer noch gut von ihren
Konzerten leben. Wegner hat aber zugegeben, daß es schmerzt wenn
viele Leute gar nicht mehr wissen, daß sie noch singt.
Bettina
Wegner (Ton Biespiel)
Kinder (Sind so kleine Hände)
Ein Lied für meine Kinder, für alle Kinder
und erst rect für Erwachsene:
Kinder:
Sind so kleine Hände, winz'ge Finder dran.
Darf man nie drauf schlagen, die zerbrechen dann.
Sind so kleine Füße mit so kleinen Zeh'n.
Darf man nie drauf treten, könn' sie sonst nicht geh'n
Sind so kleine Ohren, scharf - und ihr erlaubt:
Darf man nie zerbrüllen, werden davon taub.
Sind so schöne Münder, sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten, kommt sonst nichts mehr raus.
Sind so klare Augen, die noch alles seh'n.
Darf man nie verbinden, könn' sie nichts versteh'n.
Sind so kleine Seelen, offen und ganz frei.
Darf man niemals quälen, geh'n kaputt dabei.
Ist so'n kleines Rückgrat, sieht man fast noch nicht.
Darf man niemals beugen, weil es sonst zerbricht.
Grade, klare Menschen wär'n ein shcönes Ziel.
Leute ohne Rückgrat hab'n wir schon zuviel.