Peter: Auf jeden Fall ... Holger, hast du auch n‘ Handy?

Holger: Nein ich habe kein Handy.

Peter: Du hast kein Handy. Also, ich könnt‘s mir nicht mehr vorstellen – ohne Handy. Bin überall unterwegs und da bin ich sofort überall erreichbar. Und mich können die Leute genau ... die Leute können mich erreichen, ich kann die Leute erreichen, also ich könnt’s mir nicht mehr anders vorstellen.

Holger: Also, ich seh‘ das so: also es gibt schon sicherlich einige Leute, äh, für die ist es wirklich, ja notwendig oder auch wichtig, dass sie‘n Handy dabeihaben – aber ich kann das jetzt zum Beispiel nicht verstehen, dass also wirklich - mittlerweile mehr oder weniger - jeder mit‘m Handy rumläuft. Also dass man jetzt wirklich ständig rund um die Uhr erreichbar sein muss. Dass das für jedermann gilt, halt ich eigentlich für‘n ziemlichen Quatsch. Also ich wüsste jetzt nicht...also ich bin froh, dass ich kein Handy hab, ich will auch gar keins haben, weil, ich möchte gar nicht rund um die Uhr erreichbar sein.

Peter: Das is‘ vielleicht... das denkst du, aber ich mein‘ das is’n Fehler. Das is doch halt, äh, nicht mehr zeitgemäss. Heutzutag‘ musst du dauernd erreichbar sein. Wenn du Freunde hast, die ... du bist total out, wenn du ... wenn du kein Handy dabei hast. Die Leute wollen dich immer erreichen oder du kannst genauso Termine ausmachen, genauso Termine absagen. Und ich könnte mir das nicht mehr vorstellen, ohne Handy zu leben.

Sabine: Ja, das nervt aber doch auch, wenn ständig das Handy klingelt, wenn man selber kein’s hat und dann klingelt immer vom Nachbarn das Handy ... das is‘ doch blöd.

Peter: Ja, ich äh.... mich stört das nicht, wenn die Leute neben’dran sitzen, Hauptsache, ich hab‘ mein Vergnügen und ich, ich weiss genau, was dann, äh, zu machen ist.

Holger: Aber wenn ich teilweise diese Gespräche mitkriege, was da mit dem Handy geführt wird oder so ... ja, so, wie du sagst, also mal eben so nebenbei anrufen, oder ... "Kommst du auch noch eben vorbei in’s Café, Kaffee trinken?" Also, das sind so, so leere Gespräche und wenn man sich dann mal am Ende des Monats anschaut, was da für, für Kosten ... praktisch auf einen zukommen, also ich mein‘ das muss natürlich jeder für sich selber entscheiden, also zweihundert Mark Telefonkosten im Monat, sind jetzt nichts mehr mit dem Handy.

Peter: Das ist richtig, aber ich sag‘ auch wie die Jugendichen, die neue... heutzutag die Kommunikation ... bevor ich, äh, im Bus drinsitze und mit niemand rede, is‘ doch besser, ich rede mit jemand mit’m Handy. Und Von mir aus kann jeder von jedem Sitzplatz aus ... jeder mit’m Handy reden. Also ich find‘ das, find‘ das einfach toll.

Sabine: Da hab ich mal ne wirklich richtig lustige Geschichte erlebt. Ich war in Petersburg im Theater – die "Dämonen" von Dostojewskij - und die Vorstellung hatte begonnen ... und dann klingelt’n Handy ... und die Schauspielerin auf der Bühne hörte auf zu spielen, fing an zu schreien: "Das is‘ ja ne Unverschämtheit, machen Sie Ihr Handy aus, wenn Sie ins Theater gehen!" Und ... na die Leute ringsrum, die hab’n dann gemeint, sie soll doch sich, ja, bißchen beruhigen, das wär‘ vielleicht ein Notfall oder ja, was weiss ich. Naja, und sie meinte, nein, sie hört jetzt auf und der Mann soll rausgehen. Und der ging natürlich nich‘ raus, der hatte ja auch seine Eintrittskarte bezahlt. Jemand von hinten meinte dann noch so, ja dann sollte sie doch runterkommen, wenn sie doch reden will. Worauf sie dann meinte, dafür würde sie ja nicht bezahlt und so ging das Ganze weiter hin und her. Dann ging sie also nochmal raus und hat’n bißchen gewartet und dann hat se halt nochmal von vorne angefangen – das Ganze.

Peter: Ja das, äh, find ich, äh, beim Theater, das find ich auch vielleicht ... oder auch überhaupt bei Veranstaltungen, das find‘ ich das einzig Problematische... oder bei Vorträgen mit äh, mit Handy. Das würd‘ ich als einziges akzeptieren. Wo ich’s aber wieder zum Beispiel nicht akzeptiere, das ist zum Beispiel, das ich, äh, scheinbar jetzt beim Autofahren nicht mehr Handy hören, äh, darf. Auf der anderen Seite ... ich darf Zigarette rauchen, ich kann Schokolad‘, äh, aufreissen, ich kann also nebenher essen, ich kann trinken .... alles, bloss komischerweise’n Handy sollt‘ ich nich hör’n – oder darf ich nich hör’n.

Holger: Also es geht ja zum Beispiel, also was erlaubt ist, is ja die Freisprechanlage....

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